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Zu Besuch bei Philatelisten aus der Region
 
Sind Briefmarkensammler eine aussterbende Spezies? Nicht ganz: Ein Besuch bei einem Philatelisten-Treffen in Bad Krozingen zeigt, dass es in der Region eine lebendige Sammler-Szene gibt.
bad_krozingen_2014.jpg
Es ist der erste Montag im September. Männer in Freizeitkleidung mit schwarzen Dokumentenkoffern steuern zielstrebig den Eingangsstufen der Pizzeria Rosanero am Lammplatz entgegen. Drinnen in einem Nebenraum fischen sie dicke Sammelalben aus ihren Koffern und stapeln sie vor sich auf den Tischen. Manch’ einer zieht noch eine Pinzette oder eine Lupe aus der Brusttasche. Neben dem Wirt, der ein Tablett mit Vino Rosso, Kaffee und einem apulischen Grappa in den Raum jongliert, kommt noch ein Gast mit einem Schuhkarton unterm Arm.
 
Dann ergreift Bernd Bertsch, Vorsitzender der Briefmarkensammlergruppe Bad Krozingen, das Wort und heißt in der Runde auch den Präsidenten des Freiburger Briefmarken-Sammler-Vereins 1898 Heinz Isele willkommen. In dem Freiburger Verein sind die regionalen Gruppen, auch die Bad Krozinger, gebündelt. Isele wird von seiner Tochter Julia begleitet – die einzige Frau unter den rund Dutzend Männern.
 
Der ideelle Wert einer Sammlung zählt
 
Bertsch berichtet von den jüngsten Aktivitäten einiger Mitglieder, die sich am Tauschtag in Haslach im Kinzigtal beteiligt haben. Ein Tag, der ihm vor allem der schönen Gegend wegen in Erinnerung bleibt, denn finanziell war es kein Erfolg, wie er sagt – dem Markenverkaufserlös in Höhe von 3,50 Euro stand das Doppelte an Standgebühr gegenüber. Bertsch hofft beim nächsten Mal auf ein besseres Ergebnis, Ende des Monats bei der Sammlergruppe in Emmendingen, am 2. November beim Großtauschtag in Villingen-Schwenningen oder aber auf der nächsten Regio-Phila im Elsass. Bertsch verteilt noch eine Terminliste mit den Börsen- und Tauschtagen der Herbstsaison. "Vielleicht ist da was für kleine Münze zu kriegen aus einer interessanten Sammlung", meint er und dann wünscht er "frohes Tauschen".
 
Apropos finanzieller Erfolg: Beim Stichwort Geldanlage winkt Bertsch eher ab. "Man sagt ja, die Briefmarke sei die Aktie des kleinen Mannes." In den 50er- und 60er-Jahren, zu den Boomzeiten der Philatelie, sei viel spekuliert worden, aber heutzutage brauche es schon "richtig großes Kapital" für die Briefmarke als Geldanlage. Vermutlich liegt das eigentliche Geheimnis, das die Sammelleidenschaft hier antreibt, ohnehin in erster Linie darin, die eigenen Sammlungen zu komplettieren. Und ein wenig Nostalgie ist ganz sicher mit im Spiel in Zeiten, in denen die Post längst auf elektronischem Wege daherkommt, innerhalb von Sekunden statt Tagen.
 
"Ja, das stimmt schon, aber schauen Sie mal hier", meint Marcel Beisert, der als Président der Association Philatélique de Neuf-Brisach & Environs, ebenfalls nach Bad Krozingen gekommen ist. Ganz will er den materiellen Aspekt nicht unter den Tisch fallen lassen. Beisert hält ein Blatt hoch mit einer Serie von acht 1-Cent-Marken aus der Vorkriegszeit: "Das ist Geld", sagt er. Vier Euro gibt es auf dem Tauschmarkt aktuell für jede dieser Marken, und das Brieflein, das er in Händen hält, ist nur ein winziger Bruchteil dessen, was Marcel Beisert, der seit seinem 14. Lebensjahr sammelt, zwischen seinen Albumseiten eingelagert hat.
  
Stichwort Post: Die kommt auch beim Präsidenten der Neuf-Brisacher Philatelisten längst übers Netz. "Außerdem ist er unser Webmaster", ergänzt René Simmermacher, der Leiter der Staufener Briefmarkensammler. Die Staufener Gruppe übrigens ist zwar älter als die Bad Krozinger, trotzdem kämen die Mitglieder lieber zu den Treffen in der Kurstadt, sagt Simmermacher.
 
Simmermachers Briefmarkenleidenschaft wurde wie bei vielen seiner Kollegen in seiner Kindheit geweckt. Mal waren es die Eltern, mal die Großeltern. Bei ihm fing es während des Krieges an. "Es gab ja nichts, auch kein Spielzeug, und so fingen meine Eltern an, Briefmarkenalben als Bilderbücher für mich anzulegen." 1959 beteiligte er sich als Jugendlicher an der ersten internationalen Briefmarkenausstellung in Hamburg und gewann prompt einen Jugendwettbewerb. Der Preis: Eine Armbanduhr, außerdem brachte es ihm Kontakte, die er heute noch pflegt.
  
"Das ist das A und O, gute Kontakte." Teure Stücke, so schildern die Experten, finde man heute nur noch bei Versteigerungen. Auf der Hut sind die Sammler vor dem falschen Stempeldruck – dabei handelt es sich um Nachdrucke, die für den Laien nicht erkennbar seien. Historische Marken, die der berühmten Blauen Mauritius (die, so die Runde, zuletzt Anfang der 1990er-Jahre in Genf für 4,8 Millionen Franken versteigert worden sei), das Wasser reichen könnten, die gibt es sogar hier in Baden, verraten die heimischen Briefmarkenexperten. "Es gibt die Altbadener Raritäten, die sind noch viel teurer als die Mauritius."
 
Die erste Briefmarke der Welt wurde in England gedruckt. 1 Cent – die "One Penny Black". Das war im Jahr 1840. All’ das lässt sich selbstverständlich im Internet nachlesen. Weitaus vergnüglicher ist es jedoch, wenn man es hier im Gespräch mit den Briefmarkensammlern erfährt – auch dass die Markenpremiere selbstredend ohne Länderkennung in den Handel ging: "Es gab ja noch kein anderes Land mit Briefmarken." Und sie berichten, dass es sich bei dem für eine britische Marke unverzichtbar aufgedruckten königlichen Konterfei um das Profil der jungen Queen Victoria handelte, welches so liebreizend schön gewesen sei, dass das Bild in der ursprünglichen Fassung selbst bei viel späteren Thronjubiläen der Monarchin noch immer in ihrer jugendlichen Frische auf den Marken prangte.
 
Doch das war alles lange vor Serienbrief und Frankiermaschine. Dafür gibt es heute Briefmarken mit Comic-Motiven. Und Apps für Sammler existieren ebenfalls schon. Trotzdem findet nur wenig Nachwuchs den Weg zu den Treffen der Sammler. "Dabei kann man so viel lernen dabei, und wenn ich mir meine Marken von den Fidschi-Inseln anschaue, dann mache ich im Geist eine Weltreise", sagt Bernd Bertsch, der jetzt noch eine Handvoll Zähnungsschlüssel feil bietet. Einen solchen braucht es, seitdem die Briefmarke den berühmten Zackenrand bekommen hat – das war nämlich nicht von Beginn an der Fall. "Anfangs waren sie nur geschnitten", erklärt Bertsch. Um sie besser abreißen zu können, wurden Briefmarken später mit den Zacken, Pardon Zähnen, eingefasst. Wobei es die unterschiedlichsten Varianten gibt: Alte Finnische Marken haben riesige Zähne, Malaysische ganz winzige, und manche Marken hatten die Zähne nur auf einer Seite. Eine solche zieht einer der Sammler jetzt aus seinem Album hervor – und Marcel Beisert sagt spontan: "Machen wir einen Preis?"
   
Sammler gruppe Bad Krozingen Artikel aus der BZ vom 11.09.14

Date de création : 2017/03/12 # 21:40
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